MODOR - NF-1m

Überblick

Der NF-1m ist die Kompaktversion des polyphonen Digitalsynthesizers NF-1. Alle Features des großen Bruders sind enthalten. Die Struktur ähnelt einem Virtuell-Analogen, klanglich geht Modor aber ganz eigene Wege.

Der NF-1m ist ein achtstimmig polyphoner Digital-Synthesizer mit grandiosem, bisweilen experimentellem Klang. Die Oszillatoren bieten nicht nur Standardwellen, sondern auch additive und FM-Synthese, gefiltertes Rauschen und einen Chip-Tune-Generator. Zum -12 dB Multimode-Filter gesellt sich ein einzigartiges Formant-Filter mit Morphing-Funktion, das speziell Flächen eine interessante Note verleiht und Vocal-Sounds erzeugen kann. An Effekten gibt es Delay und Flanger/Chorus. Die Modulationsabteilung ist, dank Routing-Matrix, sehr leistungsfähig. Subjektive Highlights sind röchelnde, körnige Pads und verrauschte Atmosphären, Chorsounds, schillernde Leads und Retro-Drums.

Ansichten

Details

Die Klangerzeugung des NF-1m besteht aus drei identisch aufgebauten Oszillatoren, einem Rauschgenerator (weißes Rauschen) und einem Ringmodulator (Osc2 x Osc3), die in der Oscillator Mix-Sektion gemischt werden.

Oszillatoren:
Die Oszillatoren können einzeln oder gemeinsam editiert werden. Im Detail gibt es Parameter für grobes und feines Tuning sowie zur Einstellung der Modulationsintensität von LFO und Hüllkurve. Zehn Wellen- beziehungsweise Syntheseformen stehen zur Auswahl. Der Mod-Parameter besitzt, je nach gewähltem Algorithmus, eine andere Funktion. Im Detail sind folgende Wellen- beziehungsweise Syntheseformen im NF-1 enthalten:

  • Drei Standardwellen: Sägezahn, Dreieck, Puls. Per Mod-Parameter kann man Wave-Shaping beziehungsweise PWM kontrollieren.
  • SYNC OSC: Erzeugt eine synchronisierte Rechteckwelle mit abfallender Amplitude. Der Mod-Parameter bestimmt die Frequenz des Sync-Oszillators.
  • ADD: Erzeugt additive Obertöne. Der Mod-Parameter bestimmt den Abstand zwischen den Obertönen.
  • SONAR: Mittels Bandpassfilter prozessiertes, weißes Rauschen. Der Mod-Parameter bestimmt die Filterresonanz. Der Bandpass folgt der gespielten Tonhöhe.
  • WND: Windartiges, tonales Rauschen. Mit dem Mod-Parameter kann die Frequenz eines nachgeschalteten Hochpassfilters verändert werden.
  • ARC: Chip-Tune-Generator, super für Videospiel-Drums. Mit dem Mod-Parameter kann man auch hier ein Hochpassfilter zum Einsatz bringen.
  • FM: Sinus-FM-Synthese mit zwei Operatoren. Der erste Oszillator moduliert den zweiten Oszillator. Per Mod-Parameter kann die FM-Intensität bestimmt werden.
  • FBFM: Sinus-FM-Synthese mit zwei Operatoren und Feedback. Der erste Oszillator moduliert nicht nur den zweiten Oszillator, sondern auch sich selbst.  Per Mod-Parameter kann die FM-Intensität bestimmt werden.

Mod kann von LFO1 und den Hüllkurven 1-3 (siehe unten) moduliert werden. Bei den FM-Wellenformen selektieren "FM Modulator" und "FM Carrier" die Frequenzverhältnisse und erleichtern die Programmierung der FM.

Filter:
Es gibt zwei gänzlich verschiedene Filtertypen, die man in Parallel- oder Reihenschaltung betreiben kann.

  • Das erste Filter ist ein resonantes Multimodefilter mit einer Flankensteilheit von -12 dB pro Oktave. Es bietet die Charakteristika Tiefpass, Bandpass, Hochpass und Kerbe. Die Resonanz reicht bis zur Selbstoszillation. Sehr schön: Hinter dem Filter befindet sich eine regelbare Drive-Stufe, die Audiomaterial verzerrt und einen aggressiven, manchmal an eine 303 erinnernden Klang hat.
  • Das zweite Filter ist recht ungewöhnlich. Es handelt sich um ein Formant-Filter, dass dem Klang durch die Betonung spezieller Obertonbereiche, den Formanten, einen vokalen Charakter verleiht. Es macht sich speziell bei Flächen gut, ist aber auch zur Erstellung von Chor-Sounds cool. In Kombination mit dem integrierten Delay (siehe unten) produziert es lustige Sprachklänge. Zehn vorgefertigte Vokale mit unterschiedlichen Frequenzen stehen zur Verfügung, die in Slots zu je drei Stück beliebig kombiniert werden können.

Effekte:
Der NF-1 verfügt über zwei Effektgeneratoren, im Detail einen Chorus beziehungsweise Flanger und ein Delay.

  • Der Chorus / Flanger ist ein Delay-basiertes Kammfilter und hat einen integrierten LFO mit einstellbarer Modulationstiefe sowie Geschwindigkeit, welcher den Zeitwert des Effektes moduliert. Der Feedback-Parameter hat seine Nullstellung in der Mitte. Links- oder Rechtsdrehungen führen zu normalem beziehungsweise negativem Feedback. – Letztere Option sorgt für seltsame, unmusikalische Klänge.
  • Das Delay bietet eine maximale Verzögerungszeit von ca. 750 Millisekunden, Feedback und ein -12 dB Tiefpassfilter. Es kann auf Knopfdruck zur MIDI-Clock synchronisiert werden.

Modulationen:
Diese Abteilung setzt sich aus drei LFOs, einem Sample-and-Hold-Generator und vier ADSR-Hüllkurven mit weiterführenden Parametern zusammen.

  • LFO1 stellt vier Wellenformen zur Auswahl, im Einzelnen Dreieck, Sägezahn, Rechteck und Sinus. Der Modulator ist fest auf den Mod-Parameter in der Oszillator-Sektion geroutet. Im High-Speed-Modus reicht er bis weit in den Audiobereich hinein.
  • LFO2 besitzt den gleichen Funktionsumfang wie die erste Instanz, ist allerdings mit der Grenzfrequenz des Multimode-Filters und dem Formant-Morph-Parameter verschaltet. Zudem kann dieser LFO per MIDI-Clock synchronisiert werden.
  • LFO3 ist ein globaler Dreieck-LFO, dessen Amplitude per Modulationsrad bestimmt wird.
  • Die Frequenz des Sample-and-Hold-Generators ist unabhängig von den LFOs regelbar. S&H-Werte können auch geglättet ausgegeben werden, um harte Parametersprünge zu vermeiden.
  • Die Hüllkurven gehen weit über die Fähigkeiten eines typischen ADSR-Modulators hinaus. – Es sind eher Multistage-Hüllkurven. Der Maximalpegel wird mit L1 eingestellt, das Decay ist zweigeteilt und wird mit den Zeitparametern T2 und T3 sowie dem Pegelparameter L2 bestimmt.

    Die Hüllkurven sind bestimmten Parametern zugewiesen:
  • ENV1: Pitch und MOD-Parameter von OSC1
  • ENV2: Filtercutoff und MOD-Parameter von OSC2
  • ENV3: Formant-Morph und MOD-Parameter von OSC3
  • ENV4: Lautstärke

Für weitere Verbindungen von Modulationsquellen und Zielen gibt es eine Routingmatrix. Fertige Sounds lassen sich auf mehreren hundert Speicherplätzen ablegen. Sämtliche Parameter sind nicht nur am Gerät erreichbar, sondern können auch via MIDI gesteuert werden.

Anschlüsse

Eingang für externes 9V DC-Netzteil
MIDI-DIN: In, Out, Thru
USB-MIDI
Zwei Audioausgänge: Links + Rechts
Pedal-Eingang
Sustain-Pedal-Eingang

Abmessungen

Tischgehäuse
Breite: 248 mm
Höhe: 70 mm
Tiefe: 120 mm

Gewicht
3.0 kg
artikelnr
MODnf1m
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