Niio Analog - Iotine Core 4

Überblick

Der Iotine Core 4 ist ein vollanaloger, spannungssteuerbarer Audioprozessor mit drei verschiedenartig ausgestatteten und kombinierbaren Kanälen. Zwei Signalwege besitzen weiche Multimode-Filter, fantastisch klingende Sättigungsstufen und rauscharme VCAs. Der Unterschied: Jeder Kanal bietet eine andere Zusammenstellung aus sieben (!!!) Sättigungs- und Verzerrer-Schaltungen. Beim dritten Signalweg gibt es ein Multimode-Filter und einen Frequenzteiler /-Multiplikator mit Zerrung zu entdecken. An Modulatoren sind eine HAR-Hüllkurve und ein Envelope-Follower eingebaut. Dank ihnen kann man Audiomaterial nicht nur dynamisch filtern, sondern auch Kompressor- und Expander-/Gate-Effekte kreieren.

Ansichten

Details

Der Iotine Core 4 bietet zwei Eingänge, die sich flexibel mit den drei Audiokanälen des Gerätes verknüpfen lassen. Ergänzend gibt es einen Audio-/ Gate-Weg für die Hüllkurve und eine Audio-/ CV-/ Gate-Buchse zur Steuerung des Hüllkurvenfolgers. Ausgangsseitig sind Einzelabgriffe für alle drei Signalpfade und ein Summenausgang anzutreffen.

Die Bedienoberfläche des Iotine Core 4 lässt sich in fünf Bereiche aufteilen. Widmen wir uns zunächst den beiden linksseitig angeordneten Modulatoren:

  • Env – Die Hüllkurve des Iotine Core 4. Sie bietet die Parameter Hold, Attack und Release. Als Trigger-Quelle kann man einen der beiden Audioeingänge oder den Hüllkurvenweg (Audio / Gate) wählen. Per Schalter lässt sich zwischen Normalbetrieb und Loopmodus wechseln. Ein Threshold-Potentiometer bestimmt, wie hoch der Signalpegel sein muss, um die Hüllkurve zu starten. Ein schaltbares Hochpassfilter erlaubt es, energiereiche Bässe zu umgehen.
  • EF – Der Envelope Follower verfügt über Gain-, Attack- und Release-Drehregler. Mit Hilfe eines Schalters kann das grundlegende Verhalten des Modulators von reaktionsschnell über moderat bis zu träge variiert werden. Als Steuerweg lässt sich hier ein Audioeingang oder die EF-Buchse (Audio / CV / Gate) selektieren. Ein Threshold-Potentiometer, diesmal mit zwei Betriebsarten, legt den Schwellenwert zur Aktivierung des Envelope Followers fest.

Die beiden „Hauptkanäle“ des Iotine Core 4 kommen mit jeweils einem Filter, einer Sättigungsstufe und einem VCA daher. Im Detail sind folgende Features vorhanden:

  • VCF – Resonanzfähiges Multimode-Filter mit einer Flankensteilheit von -12 dB pro Oktave. Per Schalter kann Tief-, Hoch- oder Bandpassbetrieb ausgewählt werden. Als Signalquelle ist der erste oder zweite Audioeingang selektierbar. Der Eingangspegel lässt sich mit Hilfe eines Potentiometers justieren. Grenzfrequenz-Modulationen sind per Hüllkurve, Envelope-Follower oder einem 3,5 mm CV-Eingang an der Frontplatte möglich. Zur Portionierung von Steuerspannungen gibt es einen bipolaren Abschwächer mit dreistufigem Fine-Tune-Schalter.
  • SAT – Eine flexible, vorzüglich klingende Sättigungsstufe mit editierbarem Drive, dreistufigem Dry-/Wet-Kippschalter und Pegelregelung am Ausgang. Sieben verschiedene Sättigungs- und Verzerrungsarten stehen pro Signalpfad bereit. – Insgesamt kommt man also auf 14 unterschiedliche „Geschmacksrichtungen“, die sich klanglich teils stark unterscheiden. Zum Beispiel gibt es harmonische Verzerrungen, Overdrive und Wave-Shaping zu entdecken.
  • VCA – Ein spannungssteuerbarer Verstärker mit niedrigem Grundrauschen. Dank bipolarem Abschwächer im CV-Weg kann man die Schaltung, in Verbindung mit Hüllkurve beziehungsweise Envelope Follower, als Kompressor (Cmp) oder Expander / Gate (Exp) verwenden.

Der dritte Audiokanal des Iotine Core 4 trägt den Namen Post. Er kann an besonders vielen Stellen im Signalweg eingeschliffen und somit einzeln oder kombiniert mit den anderen Kanälen verwendet werden. Post lässt sich als resonantes Multimodefilter, Frequenzteiler (Div) oder Multiplikator (Oct) nutzen. Per Kippschalter wählt man entweder einen Filtertyp (Hoch-, Band- oder Tiefpass) oder den Oktavbereich des Teilers / Multiplikators (1, 2 oder 3) aus. Die Lautstärke kann manuell geregelt werden. Pegelmodulationen sind mittels Hüllkurve oder Envelope Follower machbar. Frequenzteilungen beziehungsweise Multiplikation wirken sich sehr stark auf jedwedes Audiomaterial aus. Es werden harte bis brachiale Obertöne hinzugefügt.

Soviel zur Theorie… In der Praxis sind die beiden „Hauptkanäle“ dynamische Filter mit enormer Zerrungsvielfalt. Neben der parallelen Bearbeitung mehrerer Signale ist, dank freier Eingangswahl an allen Signalpfaden, auch Dualband-Betrieb leicht möglich. – Inklusive unterschiedlicher Modulationen und Zerrungen. Ein Beispiel:

  • Der Instrumentenmix eines Drum-Computers wird bei allen Sektionen als Eingangssignal gewählt.
  • Als Audioabgriff benutzt man die Mix-Buchse.
  • Der erste „Hauptkanal“ läuft im Hochpassbetrieb mit einer schnellen, aber sehr sachten Filtermodulation und wenig Verzerrung. Das Resultat: Hi-Hat, Cymbal und dergleichen bewegen das Filter ganz dezent.
  • Der zweite „Hauptkanal“ befindet sich im Tiefpassmodus bei hoher Resonanz und viel Verzerrung. Ergänzend gibt man eine starke, langsame Modulation hinzu. Ergebnis: „Untenrum“ ordentlicher Schub, soll heißen zwitschernde, alles niedermähende Bass-Drums und Low-Toms.
  • Für noch mehr Spaß, Post auf Oct-Betriebsart setzen und beifügen. - Achtung: Nichts für zarte Gemüter! Dank Routing-Schalter und Pegelreglern für alle drei Kanäle kann man einzelne Bestandteile des Signalgemisches schnell ein und ausblenden.
Sonstiges

Das Gerät kann entweder ins Rack montiert oder, seiner schrägen Bauform wegen, als Tischgerät verwendet werden.

Anschlüsse

Zwei Audioeingänge
Env- und EF-Eingänge (multifunktional)
Cutoff-CV-Eingang
Drei einzelne Audioausgänge (1, 2, Post)
Mix-Summenausgang
Kaltgerätebuchse für Stromversorgung

Abmessungen

19-Zoll-Gerät, 3 HE hoch
482 mal 160 mal 133 mm (B x T x H)

Gewicht
4.005 kg
artikelnr
NAic4
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